Blog der Mediensucht-Hilfe Hamburg. Wir bieten Hilfe bei Internet- und Computersucht.
Freitag, 20. September 2013
Neue Location unserer Selbsthilfe-Gruppe
Damit wir ausreichend Plätze reservieren können, bitten wir um kurze Nachricht, mit wie vielen Personen ihr teilnehmen möchtet bis einem Tag vor dem Treffen unter: kontakt [at] mediensucht-hilfe.de.
Mittwoch, 29. Februar 2012
Gesprächskreis für Angehörige von Betroffenen
NEU:
Treffen/Gesprächskreise betroffener Angehöriger von Medienabhängigen, insbesondere von online-Rollenspielsüchtigen und Chat-Süchtigen
JEDEN ERSTEN DIENSTAG IM MONAT ab 19.00 UHR in Hamburg - Nähe Rödingsmarkt:
Der Austausch mit anderen Angehörigen Betroffener ist für alle Angehörigen erfahrungsgemäß eine große Erleichterung und hilft, mit dem Problem der Medienabhängigkeit im Alltag besser zurecht zu kommen. Die Teilnahme ist kostenlos, völlig unverbindlich und findet in einem preiswerten, aber angenehmen Lokal mitten im Herzen Hamburgs statt. Jede/r Teilnehmer/in kommt lediglich für die eigenen Getränke und/oder verzehrten Speisen auf. Für Auskünfte und Fragen rund um das Thema Medienabhängigkeit steht ein Mitglied unseres Teams zur Verfügung.
Damit wir ausreichend Plätze reservieren können, bitten wir um kurze Nachricht, mit wie vielen Personen ihr teilnehmen möchtet bis einem Tag vor dem Treffen unter: kontakt [at] mediensucht-hilfe.de.
(Aus Gründen des Spamschutzes bitte [at] durch @ ersetzen.) Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Dienstag, 13. September 2011
Besuchen Sie uns auf dem 2. Medienkompetenztag in Hamburg
Der 2. Medienkompetenztag der Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein findet "auf Kampnagel" in Hamburg statt und beschäftigt sich umfassend mit dem Schwerpunktthema „Medienkompetenz in Familien“.
Zunächst versuchen die versammelten Experten herauszufinden, inwieweit die Familie überhaupt noch die wichtigste Instanz in Sachen Erziehungsfragen ist bzw. über welchen Stellenwert die Familie bei der Vermittlung von Wissen und Normen an Kinder und Jugendliche in der Gegenwart noch verfügt. Eine spannende Frage, wenn man bedenkt, wie viel "Medienkompetenz-Arbeit" die Politik gerne unentgeltlich an die Eltern "abladen" möchte.
Vor diesem Hintergrund wird dann die sich weiterentwickelnde, aktuelle Medienwelt betrachtet, in der die Medien immer mehr miteinander verschmelzen:
Zunächst versuchen die versammelten Experten herauszufinden, inwieweit die Familie überhaupt noch die wichtigste Instanz in Sachen Erziehungsfragen ist bzw. über welchen Stellenwert die Familie bei der Vermittlung von Wissen und Normen an Kinder und Jugendliche in der Gegenwart noch verfügt. Eine spannende Frage, wenn man bedenkt, wie viel "Medienkompetenz-Arbeit" die Politik gerne unentgeltlich an die Eltern "abladen" möchte.
Vor diesem Hintergrund wird dann die sich weiterentwickelnde, aktuelle Medienwelt betrachtet, in der die Medien immer mehr miteinander verschmelzen:
Die Anforderungen an den Medienumgang in den Familien steigen, darüber scheint Einigkeit zu herrschen, aber kann es hier feste Regeln geben? Welche Rolle können Eltern überhaupt bei der Vermittlung von Medienkompetenz spielen? Inwieweit können sie selbst die Mediennutzung ihres Nachwuchses überhaupt noch nachvollziehen?
Diese Fragen möchte der Medienkompetenztag gemeinsam mit Experten, Pädagogen und Eltern einen Tag lang diskutieren. Im Rahmen eines Parcours stellen sich über dreißig Projekte und Initiativen vor, die sich dem Thema Medienkompetenzvermittlung in der Praxis widmen, darunter steht auch die Mediensucht-Hilfe Hamburg für Fragen und Antworten bereit. Kiek mol in!
Dienstag, 23. August 2011
Fachtagung in Köln
3. Symposium des Fachverbandes Medienabhängigkeit
Am 09. September 2011 beschäftigt sich der Fachverband Medienabhängigkeit im Kölner Mediapark mit der Frage, ob es die immer komplexer werdenden virtuellen Räume, die stressbelasteten familiären Situationen oder die individuellen Risiko- und Schutzfaktoren sind, die den Weg vom Medienkonsumenten zum Suchtpatienten beeinflussen. Eingeladen sind Fachkräfte aller Fachgebiete und Praxisfelder, die in ihrem beruflichen Kontext mit dem Phänomen Medienabhängigkeit konfrontiert sind.
Weitere Informationen unter http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/symposium01.html#c314
Was macht süchtig?
Vom Medienkonsumenten zum Suchtpatienten
Vom Medienkonsumenten zum Suchtpatienten
Am 09. September 2011 beschäftigt sich der Fachverband Medienabhängigkeit im Kölner Mediapark mit der Frage, ob es die immer komplexer werdenden virtuellen Räume, die stressbelasteten familiären Situationen oder die individuellen Risiko- und Schutzfaktoren sind, die den Weg vom Medienkonsumenten zum Suchtpatienten beeinflussen. Eingeladen sind Fachkräfte aller Fachgebiete und Praxisfelder, die in ihrem beruflichen Kontext mit dem Phänomen Medienabhängigkeit konfrontiert sind.
Weitere Informationen unter http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/symposium01.html#c314
Freitag, 3. Juni 2011
Eine verpasste Chance: Oldenburger Erklärung des 16. Deutschen Präventionstages
Der diesjährige Präventionstag am 30. und 31, Mai in Oldenburg war sehr um Berichterstattung in den Medien bemüht, die "großen" Medien wollten aber nichts vom Präventionstag wissen, weil ebenfalls in diesem Jahr die Erklärung - auch unserer Sicht - sich zwar vernünftig liest, aber an der Realität des Medienalltags gemessen als weltfremd zu bezeichnen ist. Dass es sich beim Internet um ein GLOBALES Medium handelt und mit nationaler Gesetzgebung hier im Endeffekt nicht viel zu reißen ist, will die Erklärung nicht wahrhaben - beim vorangegangenen Hamburger Symposium zum online-Jugendschutz (Bericht siehe unten) wurde für dieses Problem zwar auch keine Lösung gefunden, aber das Problem wurde wenigstens benannt und anerkannt.
So fordert der Deutsche Präventionstag, das Internet nicht zum rechtsfreien Raum werden zu lassen. Es gelte, eine Balance zwischen dem Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit und den berechtigten Schutzbedürfnissen der Internetnutzer zu finden. Gerade weil ein großes wirtschaftliches und politisches Interesse an der Nutzung digitaler Medien und dem freien, ungehinderten Zugang zum Internet bestünde, müssten die Internetnutzer darauf bauen können, dass der Rechtsstaat durch Rahmenbedingungen die Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme sicherstelle. Davon unabhängig gelte es, weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, alle Internetnutzer über die möglichen Folgen der zunehmenden Online-Kriminalität und hier besonders über die des Identitätsdiebstahls aufzuklären, sie noch stärker für die Risiken zu sensibilisieren sowie sinnvolle Schutzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.
Allerdings stellt die Erklärung auch fest, dass die Warnungen vor den nahezu ungebremsten Anreizen und Möglichkeiten des Internets in Hinblick auf seine missbräuchliche Nutzung in deutlichem Widerspruch zum tatsächlichen Wissen über die mit dem Internet verbundenen Gefahren und Risiken stünden! Letztlich fehlen breit angelegte, repräsentative kriminologische Studien ebenso wie langfristig angelegte Panel- und Längsschnittuntersuchungen, es gebe keine hinreichend verlässliche Datengrundlage, die es dringend zu schaffen gelte - kurzum: Nichts Genaues weiß man nicht...
Zu den Risiken zählten vor allem ein allzu sorgloser Umgang mit den eigenen Daten, Auswirkungen von Gewaltdarstellungen und insbesondere von Computerspielen auf das eigene Verhalten, übermäßiger Medienkonsum bis hin zur Computersucht, Konfrontation mit Pornographie und sexueller Belästigung, politisch motivierte Kriminalität und Extremismus, Cybermobbing und Cyberbullying, aber auch die Verletzung von Persönlichkeits- und Urheberrechten. Allerdings liegen bislang nach Angaben der Erklärung kaum verlässliche Angaben darüber vor, wie viele Heranwachsende tatsächlich schon mit problematischen Inhalten in Berührung gekommen sind und welche Auswirkungen diese Inhalte auf sie haben (oder auch nur haben könnten) bzw. ob, wie häufig und wie lange die jungen Menschen riskantes, zu sorgloses oder sogar strafrechtlich relevantes Verhalten zeigen.
Der Deutsche Präventionstag macht sich jedoch offenbar über Jugendliche als potentielle Opfer wesentlich weniger Sorgen als über Jugendliche als potentielle Täter. So vertritt er die fragwürdige und nicht näher belegte Auffassung, dass die meisten Jugendlichen vernünftig mit dem Computer umgehen könnten und durchaus die Balance zu anderen Aktivitäten fänden. Es gäbe daher keinen Grund anzunehmen, dass die „digitale“ Jugendkriminalität und Jugendgefährdung anderen Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten unterliege als die „analoge“ Jugendkriminalität. Deshalb solle sie hier wie dort mit „Augenmaß“ betrachtet und beurteilt werden. Wie der Präventionstag zu solch einer Ansicht gelangt, da nach eigenem Bekunden es hierfür keine verlässliche Datengrundlage gibt - diese Erklärung bleibt die Erklärung uns schuldig. "Bauchgefühl", oder was?
Abschließend empfohlen wird Kriminalprävention durch rechtliche sowie (sicherheits)technische Regelungen, Maßnahmen und Empfehlungen, Kriminalprävention durch Jugendmedienschutz sowie Kriminalprävention durch Medienkompetenz. Leider bleibt dies so allgemein wie hier dargestellt - die sicherheitstechnischen Regelungen konkret zu benennen wäre für "Netzaktivisten" und Eltern sicherlich sehr interessant gewesen.
Mag man vielen der am Präventionstag Anwesenden die Forderung nach mehr kriminologischer Forschung nachsehen, da dies schließlich ihr Beruf ist (in Zeiten, in denen die Forschung zu Tode gespart wird), wirkt jedoch die Ansicht, der in Deutschland vorhandene gesetzliche Jugendmedienschutz sei grundsätzlich geeignet, um problematische Inhalte von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten, vollkommen weltfremd. Wie im unten stehenden Bericht nachzulesen, wurde diese Haltung noch vor wenigen Tagen beim Hamburger Symposium zum Thema online-Jugendschutz (mit ebenfalls hochkarätigen Vertretern) mit schallendem Gelächter quittiert.
Doch der Präventionstag sieht den nationalen Gesetzgeber gefordert, weil die Einflussnahme vieler Eltern auf den Medienumgang ihrer Kinder abnehme bzw. sich nicht wenige Eltern tendenziell aus der Verantwortung verabschiedet hätten, weil sie hinsichtlich des Umgangs mit den neuen Medien nicht über das erforderliche Wissen verfügten. Wie das der Gesetzgeber - auch noch - leisten soll, das erfahren wir aus der Erklärung nicht. Da nicht davon ausgegangen werden dürfe, dass diese Unterstützung in allen Fällen von den Eltern erbracht werden könne, seien insbesondere die Schule gefordert, Medienkompetenz zu vermitteln.
Während im Verlauf der Tagung laut Medienberichten immerhin von Christian Pfeiffer, dem 67-jährigen(!) Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts in Hannover gefordert wurde, die Computersucht als Krankheit anzuerkennen und bei der Altersfreigabe von Computerspielen auch das Suchtpotenzial der Spiele zu beachten, findet sich hiervon leider nichts in der abschließenden Erklärung. Schade - eine verpasste Chance, die dafür gesorgt hätte, dass der Präventionstag wieder mehr Gewicht in der öffentlichen Diskussion erlangt hätte.
Fazit: Die Eltern haben nach Ansicht des Präventionstages offenbar schon kapituliert, sind wohl auch nicht kompetent genug, obwohl es eigentlich (mal wieder) Schule und Elternhaus richten sollen. Am Ende des Tages wieder ein sinnloser Appell mehr, der den Betroffenen und ihren Angehörigen nicht weiter hilft.
So fordert der Deutsche Präventionstag, das Internet nicht zum rechtsfreien Raum werden zu lassen. Es gelte, eine Balance zwischen dem Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit und den berechtigten Schutzbedürfnissen der Internetnutzer zu finden. Gerade weil ein großes wirtschaftliches und politisches Interesse an der Nutzung digitaler Medien und dem freien, ungehinderten Zugang zum Internet bestünde, müssten die Internetnutzer darauf bauen können, dass der Rechtsstaat durch Rahmenbedingungen die Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme sicherstelle. Davon unabhängig gelte es, weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, alle Internetnutzer über die möglichen Folgen der zunehmenden Online-Kriminalität und hier besonders über die des Identitätsdiebstahls aufzuklären, sie noch stärker für die Risiken zu sensibilisieren sowie sinnvolle Schutzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.
Allerdings stellt die Erklärung auch fest, dass die Warnungen vor den nahezu ungebremsten Anreizen und Möglichkeiten des Internets in Hinblick auf seine missbräuchliche Nutzung in deutlichem Widerspruch zum tatsächlichen Wissen über die mit dem Internet verbundenen Gefahren und Risiken stünden! Letztlich fehlen breit angelegte, repräsentative kriminologische Studien ebenso wie langfristig angelegte Panel- und Längsschnittuntersuchungen, es gebe keine hinreichend verlässliche Datengrundlage, die es dringend zu schaffen gelte - kurzum: Nichts Genaues weiß man nicht...
Zu den Risiken zählten vor allem ein allzu sorgloser Umgang mit den eigenen Daten, Auswirkungen von Gewaltdarstellungen und insbesondere von Computerspielen auf das eigene Verhalten, übermäßiger Medienkonsum bis hin zur Computersucht, Konfrontation mit Pornographie und sexueller Belästigung, politisch motivierte Kriminalität und Extremismus, Cybermobbing und Cyberbullying, aber auch die Verletzung von Persönlichkeits- und Urheberrechten. Allerdings liegen bislang nach Angaben der Erklärung kaum verlässliche Angaben darüber vor, wie viele Heranwachsende tatsächlich schon mit problematischen Inhalten in Berührung gekommen sind und welche Auswirkungen diese Inhalte auf sie haben (oder auch nur haben könnten) bzw. ob, wie häufig und wie lange die jungen Menschen riskantes, zu sorgloses oder sogar strafrechtlich relevantes Verhalten zeigen.
Der Deutsche Präventionstag macht sich jedoch offenbar über Jugendliche als potentielle Opfer wesentlich weniger Sorgen als über Jugendliche als potentielle Täter. So vertritt er die fragwürdige und nicht näher belegte Auffassung, dass die meisten Jugendlichen vernünftig mit dem Computer umgehen könnten und durchaus die Balance zu anderen Aktivitäten fänden. Es gäbe daher keinen Grund anzunehmen, dass die „digitale“ Jugendkriminalität und Jugendgefährdung anderen Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten unterliege als die „analoge“ Jugendkriminalität. Deshalb solle sie hier wie dort mit „Augenmaß“ betrachtet und beurteilt werden. Wie der Präventionstag zu solch einer Ansicht gelangt, da nach eigenem Bekunden es hierfür keine verlässliche Datengrundlage gibt - diese Erklärung bleibt die Erklärung uns schuldig. "Bauchgefühl", oder was?
Abschließend empfohlen wird Kriminalprävention durch rechtliche sowie (sicherheits)technische Regelungen, Maßnahmen und Empfehlungen, Kriminalprävention durch Jugendmedienschutz sowie Kriminalprävention durch Medienkompetenz. Leider bleibt dies so allgemein wie hier dargestellt - die sicherheitstechnischen Regelungen konkret zu benennen wäre für "Netzaktivisten" und Eltern sicherlich sehr interessant gewesen.
Mag man vielen der am Präventionstag Anwesenden die Forderung nach mehr kriminologischer Forschung nachsehen, da dies schließlich ihr Beruf ist (in Zeiten, in denen die Forschung zu Tode gespart wird), wirkt jedoch die Ansicht, der in Deutschland vorhandene gesetzliche Jugendmedienschutz sei grundsätzlich geeignet, um problematische Inhalte von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten, vollkommen weltfremd. Wie im unten stehenden Bericht nachzulesen, wurde diese Haltung noch vor wenigen Tagen beim Hamburger Symposium zum Thema online-Jugendschutz (mit ebenfalls hochkarätigen Vertretern) mit schallendem Gelächter quittiert.
Doch der Präventionstag sieht den nationalen Gesetzgeber gefordert, weil die Einflussnahme vieler Eltern auf den Medienumgang ihrer Kinder abnehme bzw. sich nicht wenige Eltern tendenziell aus der Verantwortung verabschiedet hätten, weil sie hinsichtlich des Umgangs mit den neuen Medien nicht über das erforderliche Wissen verfügten. Wie das der Gesetzgeber - auch noch - leisten soll, das erfahren wir aus der Erklärung nicht. Da nicht davon ausgegangen werden dürfe, dass diese Unterstützung in allen Fällen von den Eltern erbracht werden könne, seien insbesondere die Schule gefordert, Medienkompetenz zu vermitteln.
Während im Verlauf der Tagung laut Medienberichten immerhin von Christian Pfeiffer, dem 67-jährigen(!) Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts in Hannover gefordert wurde, die Computersucht als Krankheit anzuerkennen und bei der Altersfreigabe von Computerspielen auch das Suchtpotenzial der Spiele zu beachten, findet sich hiervon leider nichts in der abschließenden Erklärung. Schade - eine verpasste Chance, die dafür gesorgt hätte, dass der Präventionstag wieder mehr Gewicht in der öffentlichen Diskussion erlangt hätte.
Fazit: Die Eltern haben nach Ansicht des Präventionstages offenbar schon kapituliert, sind wohl auch nicht kompetent genug, obwohl es eigentlich (mal wieder) Schule und Elternhaus richten sollen. Am Ende des Tages wieder ein sinnloser Appell mehr, der den Betroffenen und ihren Angehörigen nicht weiter hilft.
Donnerstag, 2. Juni 2011
Fachtag zur Medienabhängigkeit in Bremen
Fachtag: Computersucht am Ende? Mediensucht 5.0
Wer hat eigentlich ein Problem mit der Mediennutzung? Erwachsene oder Kinder?
Das ServiceBureau Jugendinformation veranstaltet in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule – Sucht und Prävention und dem Landesjugendamt Bremen im Bremer LidiceHaus am 22. September 2011 von 9-16.30 Uhr einen interessanten Fachtag zum Thema exzessiver Computer- und Internetgebrauch und Medienabhängigkeit.
Das ganze Programm des Fachtags findet sich hier:
http://fobi.jugendinfo.de/events.php/306/fachtag-computersucht-am-ende-mediensucht-5-0.html
Wer hat eigentlich ein Problem mit der Mediennutzung? Erwachsene oder Kinder?
Das ServiceBureau Jugendinformation veranstaltet in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule – Sucht und Prävention und dem Landesjugendamt Bremen im Bremer LidiceHaus am 22. September 2011 von 9-16.30 Uhr einen interessanten Fachtag zum Thema exzessiver Computer- und Internetgebrauch und Medienabhängigkeit.
Das ganze Programm des Fachtags findet sich hier:
http://fobi.jugendinfo.de/events.php/306/fachtag-computersucht-am-ende-mediensucht-5-0.html
Mittwoch, 1. Juni 2011
Eltern als der "große Bruder" ihrer Kinder?
"Spyware" wird immer häufiger von Eltern nachgefragt
(G. Wülfte) Auffällig oft wurden wir bei unseren jüngsten Informationsveranstaltungen auf Möglichkeiten angesprochen, die Computer der eigenen Kinder überwachen zu können. Besorgte Eltern klagen über Kinder, die die Nutzungsdauer des Computers gezielt vor den eigenen Eltern verheimlichen und auch den Eltern keine Einblicke geben wollen, WAS sie genau mit dem Computer machen.
Findige Anbieter aus den USA versuchen nun diesen "Markt" gezielt zu erschließen. Wer sich etwas genauer mit dem Computer beschäftigt (gleich welches Betriebssystem), weiß, dass es seit langem derartige Überwachungssysteme gibt - die ursprüngliche Zielgruppe dieser Produkte waren Arbeitgeber, die verhindern wollten, dass ihre Angestellten ihren Arbeitsplatz am Computer dazu nutzen, sich vor der Arbeit zu drücken.
Wie der lesenswerte Blog "Cyberwizard" des Berliner Medienpädagogen Michael Lange berichtet, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe diesbezüglicher Dienste, insbesondere auch für das Mobiltelefon. Genannt werden hier:
- SocialShield, www.socialshield.com. Der Dienst scannt die Aktivitäten der Kinder in sozialen Netzwerken und meldet verdächtige Eintragungen (Kosten: 10$ pro Monat)
- SafetyWeb, www.safetyweb.com, bietet ebenfalls eine Überwachung der online-Aktivitäten in sozialen Netzwerken sowie zusätzlich eine Überwachung der SMS und der Anrufe auf dem Mobiltelefon der Kinder (Kosten auch hier 10$ pro Monat)
- Life360, www.life360.com, ermöglicht ein GPS-Tracking durch eine Anwendung auf dem Mobiltelefon, wobei der aktuelle Aufenthaltsort durch einen Klick auf einen Button gemeldet wird; der Dienst zeigt darüber hinaus nach eigenen Angaben an, wenn in der Nähe verurteilte Sexualstraftäter wohnen sollten (einschließlich einer Benachrichtigungsfunktion, für den Fall, dass ein verurteilter Sexualstraftäter in die eigene Umgebung ziehen sollte), ferner bietet der Dienst eine Notfall-Nachrichtenfunktion an; bis zum Januar 2011 sollen sich fast 1 Million Familien registriert haben
- Whereoscope, www.whereoscope.com, bietet ebenfalls GPS-Tracking an und sendet Benachrichtungen, wenn das Kind bestimmte vorher definierte Orte erreicht oder verläßt
- ferner erhältlich ist der sogenannte "Family Tracker", www.logsat.com/iPhone/familytracker, ein GPS-Tracker als iPhone App (Kosten: 3,99$)
- DriveSmart Plus, locationlabs.com, ist ein Android-app für T-Mobile-Mobiltelefone; die Anwendung deaktiviert die SMS-Funktion eines Mobiltelefons, wenn das GPS eine schnelle Fortbewegung meldet, wie zum Beispiel beim Steuern eines Autos
- Webwatcher, www.webwatcherkids.com, ermöglicht das Lesen aller e-mails (!), führt Listen aller aufgerufenen Webseiten und erlaubt die Überwachung des Kindes über das Internet von überall aus (Kosten: 97$)
- Webwatcher Mobile, www.webwatcherkids.com/fea_mobile.php, bietet eine Kontrolle der aus- und eingehenden SMS auf dem Handy der Kinder an; die Informationen können die Eltern ebenfalls über das Internet abrufen (Kosten: 39,95$)
Kann eine solche Kontrolle wirklich ein hilfreicher Beitrag zur Lösung des Abhängigkeitsproblems sein?
Bitte melden Sie sich auch bei "Cyberwizard", wenn Sie weitere Hinweise zu solchen Diensten finden oder einen Kommentar hierzu schreiben möchten.
(G. Wülfte) Auffällig oft wurden wir bei unseren jüngsten Informationsveranstaltungen auf Möglichkeiten angesprochen, die Computer der eigenen Kinder überwachen zu können. Besorgte Eltern klagen über Kinder, die die Nutzungsdauer des Computers gezielt vor den eigenen Eltern verheimlichen und auch den Eltern keine Einblicke geben wollen, WAS sie genau mit dem Computer machen.
Findige Anbieter aus den USA versuchen nun diesen "Markt" gezielt zu erschließen. Wer sich etwas genauer mit dem Computer beschäftigt (gleich welches Betriebssystem), weiß, dass es seit langem derartige Überwachungssysteme gibt - die ursprüngliche Zielgruppe dieser Produkte waren Arbeitgeber, die verhindern wollten, dass ihre Angestellten ihren Arbeitsplatz am Computer dazu nutzen, sich vor der Arbeit zu drücken.
Wie der lesenswerte Blog "Cyberwizard" des Berliner Medienpädagogen Michael Lange berichtet, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe diesbezüglicher Dienste, insbesondere auch für das Mobiltelefon. Genannt werden hier:
- SocialShield, www.socialshield.com. Der Dienst scannt die Aktivitäten der Kinder in sozialen Netzwerken und meldet verdächtige Eintragungen (Kosten: 10$ pro Monat)
- SafetyWeb, www.safetyweb.com, bietet ebenfalls eine Überwachung der online-Aktivitäten in sozialen Netzwerken sowie zusätzlich eine Überwachung der SMS und der Anrufe auf dem Mobiltelefon der Kinder (Kosten auch hier 10$ pro Monat)
- Life360, www.life360.com, ermöglicht ein GPS-Tracking durch eine Anwendung auf dem Mobiltelefon, wobei der aktuelle Aufenthaltsort durch einen Klick auf einen Button gemeldet wird; der Dienst zeigt darüber hinaus nach eigenen Angaben an, wenn in der Nähe verurteilte Sexualstraftäter wohnen sollten (einschließlich einer Benachrichtigungsfunktion, für den Fall, dass ein verurteilter Sexualstraftäter in die eigene Umgebung ziehen sollte), ferner bietet der Dienst eine Notfall-Nachrichtenfunktion an; bis zum Januar 2011 sollen sich fast 1 Million Familien registriert haben
- Whereoscope, www.whereoscope.com, bietet ebenfalls GPS-Tracking an und sendet Benachrichtungen, wenn das Kind bestimmte vorher definierte Orte erreicht oder verläßt
- ferner erhältlich ist der sogenannte "Family Tracker", www.logsat.com/iPhone/familytracker, ein GPS-Tracker als iPhone App (Kosten: 3,99$)
- DriveSmart Plus, locationlabs.com, ist ein Android-app für T-Mobile-Mobiltelefone; die Anwendung deaktiviert die SMS-Funktion eines Mobiltelefons, wenn das GPS eine schnelle Fortbewegung meldet, wie zum Beispiel beim Steuern eines Autos
- Webwatcher, www.webwatcherkids.com, ermöglicht das Lesen aller e-mails (!), führt Listen aller aufgerufenen Webseiten und erlaubt die Überwachung des Kindes über das Internet von überall aus (Kosten: 97$)
- Webwatcher Mobile, www.webwatcherkids.com/fea_mobile.php, bietet eine Kontrolle der aus- und eingehenden SMS auf dem Handy der Kinder an; die Informationen können die Eltern ebenfalls über das Internet abrufen (Kosten: 39,95$)
Kann eine solche Kontrolle wirklich ein hilfreicher Beitrag zur Lösung des Abhängigkeitsproblems sein?
Bitte melden Sie sich auch bei "Cyberwizard", wenn Sie weitere Hinweise zu solchen Diensten finden oder einen Kommentar hierzu schreiben möchten.
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